Wie wurden Computer früher beworben? Witzigerweise genau wie heute. Es scheint, als ob die Hersteller die Ansprüche von heute mit den Möglichkeiten von damals verknüpften. Das ist im Nachhinein - ziemlich witzig.

Für die Recherche zu meinem Buch “Das Register” habe mich durch Computermagazine der 80er gewühlt und musste dabei an die Serie "The Flintstones" denken. Der Witze der Serie liegt ja im dauerhaften Anachronismus: Fred und Wilma benutzen primitive Geräte (ergänzt mit Haustieren), die in der Neuzeit ein genaues Gegenstück haben.

Der Schallplattenspieler der Feuerstein’s. Wir würde die Serie eigentlich 2018 aussehen?

An diesen Witz fühle ich mich beim Blättern in der Computerworld, Jahrgang 1981, erinnert. Die Hersteller verkaufen ihre klobigen Computer mit den gleichen Argumenten, mit denen heute noch Software und Smartphones assoziiert werden. Nur, dass die Möglichkeiten damals ... beschränkt waren.

Eine Auswahl:

Der Computer für noch mehr Spaß

Einfachheit, Benutzerfreundlichkeit, “Joy of Use”: Schon in den 80ern sollte die Arbeit mit dem Computer leicht von der Hand gehen. Diesem Kollegen hier sieht man an, dass der Gang in den Computerkeller seit dem neuen DEC-System noch mehr Spaß macht - sicher auch, weil der Anstrich von “Basic Blue” zu “Terrakotta” gewechselt hat.

Quelle: https://books.google.de/books?id=J_iAWQ5n914C&lpg=PA1&hl=de&pg=PA62#v=onepage&q&f=false

Der mobile Computer, Modell “Profit-Center”

Alle Daten “at your fingertips”, das erfüllte schon der “Report/80” von Systel. Endlich brauchte man Zahlen nicht mehr auszudrucken, sondern hatte sie dank des mobilen Computers immer dabei. Praktisch auch: Nach Feierabend konnte man den Servierwagen für das Verteilen von Lachs-Canapes und Silberzwiebeln nutzen.

Quelle: https://books.google.de/books?id=J_iAWQ5n914C&lpg=PA1&hl=de&pg=PA92#v=onepage&q&f=false

Kodak und das papierlose Büro

In den 80ern konnte sich Kodak noch über andere lustig machte - vor allem über die Papierindustrie. In der Computerworld gehörten dieser störrische Chef und seine Kollegin, die das mit dem Mikrofilm längst begriffen hat, zum Inventar. Wie hier deutlich zu sehen ist, hängt der Hinterwäldler immer noch am Papier.

Quelle: https://books.google.de/books?id=hq5JF_-p3CUC&lpg=RA1-PA67&dq=kodak&hl=de&pg=RA1-PA67#v=onepage&f=false

Das Büro der Zukunft

“The interactive Office” - endlich! Dazu gehört natürlich, dass man Briefe direkt aus dem Computer heraus ausdrucken konnte (“high quality printing”). Und eines muss man neidlos anerkennen: der “Senden”-Button sah echt wichtig aus!

Quelle: https://books.google.de/books?id=RCUvkY2SFRAC&lpg=PA17&d&hl=de&pg=PA54#v=onepage&f=false

Der mobile Computer, Modell “Hipster”

“Wir nennen es Arbeit”: Während die Freundinnen (?) am Pool planschen, arbeitet der Ur-Hipster ein bisschen am Kult-Computer Commodore. Es ist nicht ganz klar, woran er arbeitet, aber der Erfolg gibt ihm recht. Kein Wunder, dass die Brust vor Stolz geschwellt ist.

Quelle: https://www.reddit.com/r/vintageads/comments/5h2z2l/whos_keeping_up_with_commodore/

Kodak und das papierlose Büro (2)

Der Chef hängt immer noch am Papier. Doch das Evangelium vom Mikrofilm kann er nicht mehr lange ignorieren.

Quelle: https://books.google.de/books?id=XPDvkYPCkWgC&lpg=PA43&dq=kodak&hl=de&pg=PA43#v=onepage&q=kodak&f=false

Auto kaufen? Besser diesen Computer

“Start your own Computer Company” - und zwar mit diesem Prachtstück kurz vor der künstlichen Intelligenz. Data General spielt den “Advocatus Diaboli” und gibt zu: Man kann sich auch ein Auto für den Preis kaufen. Besser aber diesen Computer mit 716 KB Speicher - dann kann man bald “jedes Auto fahren, das man möchte”. Fun Fact: Die Bilddatei dieser Anzeige hätte nicht auf den MPT/100 gepasst.

Quelle: https://books.google.de/books?id=RCUvkY2SFRAC&lpg=PA17&dq=%22arco%22%20cyber%20205&hl=de&pg=PA62#v=onepage&q&f=false

Endlich kompatible Computer

Auch in den 80ern stand man vor dem Problem, verschiedene Computer und System sinnvoll verbinden zu müssen. Dieser Herr hat das Problem gelöst. Die Frage ist, was diese Waschmaschinen im Hintergrund kompatibel gemacht hat. Schläuche?

Quelle: https://books.google.de/books?id=RCUvkY2SFRAC&lpg=PA17&dq=%22arco%22%20cyber%20205&hl=de&pg=PA62#v=onepage&q&f=false

Kodak und das papierlose Büro (3)

Endlich! Kodak ist auch bei diesem sympathischen Unternehmer im Geschäft. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Zumindest bis Kodak zum Company-Fail des Jahrhunderts wurde und sich zum Hersteller von Druckmaschinen wandelte. Von wegen papierloses Büro.

Quelle: https://books.google.de/books?id=RCUvkY2SFRAC&lpg=PA17&dq=%22arco%22%20cyber%20205&hl=de&pg=PA51#v=onepage&q&f=false