Marcel Mellor

SF-Autor und Digitalstratege

Ich lese Bücher nur auf dem Smartphone

“Wie schaffst du es, so viele Bücher zu lesen?” Meine Antwort darauf ist seit Jahren die gleiche und sie sorgt immer wieder für erstaunte Blicke: ich lese Bücher nur noch auf dem Smartphone.

Der Wechsel zum iPhone als Lesegerät war für mich ein echter Gamechanger. Es ist das Lesegerät, das ich immer zur Hand habe und ohnehin ständig heraushole – beim Arzt, in der Bahn, an der Haltestelle. Es ist nie zu schwer, niemals ohne Akku. Inzwischen habe ich viele hundert Bücher auf meinem Telefon gelesen.

Aber halt, ist ein E-Reader nicht auf Dauer viel besser für die Augen? Vielleicht. Aber die meisten, die mich das fragen, daddeln auch täglich durch Tik-Tok und Instagram, viele Stunden pro Woche. Das kann nicht augenfreundlicher sein.

Trotzdem gibt es natürlich ein paar Dinge zu beachten. Ich habe bereits hunderte von Büchern auf meinem Telefon gelesen und die Leseerfahrung dabei immer weiter optimiert. Hier kommen meine vier Tipps, wenn du es auch probieren willst.

#1 Kindle App benutzen

Die Kindle-App ist die mit Abstand beste Reader-App, die du dir auf dein Smartphone laden kannst. Punkt. Ich habe wirklich viele Apps ausprobiert, von kostenpflichtigen Spezial-Apps bis zu den hauseigenen Lösungen von Apple und Google, aber sie alle haben ihre Macken. Nicht bei der Kindle-App: der automatische Buchsatz ist nahezu perfekt, die Blätter-Mechnik ist schnell und mühelos und die Schrift, die Amazon für die App erstellt hat, bleibt auch nach Stunden angenehm.

Ich lese mit der Kindle-App, obwohl ich meine Bücher nicht bei Amazon kaufe. Selbstverständlich kann du deine E-Books (zum gleichen Preis) bei Thalia, Hugendubel oder deiner lokalen Buchhandlung beziehen. Der einfachste Weg zur Kindle-App führt über Epubor Ultimate.

#2 Minimalistische Darstellung wählen

Ich lese immer weiß auf schwarz (unabhängig davon ob der Dark Mode des Telefons aktiviert ist) und habe die “Umblätter-Animation” abgeschaltet. Außerdem nutze ich ausschließlich die “Bookerly”-Schriftart, die Amazon extra für das Lesen auf Bildschirmen entwickelt hat.

#3 Ablenkung durch andere Apps vermeiden

Ich bin der Meinung: ein Buch muss so fesselnd sein, dass es sich sich seine Aufmerksamkeit selber sucht. Push-Notifications sind aber natürlich “der Endgegner” unter den Ablenkungen und können den Lesefluss sehr stören. Unter iOS kann man mit mit dem neuen Fokus-Modus einfach einstellen, dass keine Notifications eingehen, wenn man die Kindle-App geöffnet hat. Auch ohne den hilft es, Push Notifications so einzustellen, wie sie gedacht sind (mehr dazu hier).

Ungefähr einmal im Jahr mache ich den Versuch und greife wieder häufig zu meinem Kindle oder lese Bücher auf Papier. Und immer wieder kommt es aufs gleiche heraus: ich lese weniger. Das Smartphone bleibt mein Lesegerät.

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