Man könnte meinen, der Traum einer Zeitreise wäre so alt wie die Menschheit selbst - sozusagen in der gleichen Liga wie Unsterblichkeit und der Stein der Weisen. Interessanterweise ist das nicht so. Zeitreisen sind eine Erfindung der Neuzeit.

Und es gibt einen guten, einleuchtenden Grund dafür.

Zugegeben, alte Mythen und Märchen handeln manchmal von Figuren, die die Zeit “austricksen”. Aber das machen sie gewöhnlich, indem sie unnatürlich alt werden oder in einen jahrzehntelangen Schlaf fallen. Manche Sagen kommen dabei dem Begriff der “Zeitkrümmung”, wie ihn die moderne Wissenschaft sieht, erstaunlich nahe (z.B. das hinduistische Epos “Mahabharata”). Aber echte Zeitreisen? Fehlanzeige.

Warum eigentlich?

In einem sehr spannenden Video von Vox.com wird diese Frage aufgegriffen. Hauptsächlich geht es dabei um einen Klassiker der Zeitreise-Gedankenspiele: Sollten wir Adolf Hitler als Baby töten, wenn wir dank einer Zeitmaschine die Möglichkeit dazu hätten? James Gleick, dessen Buch “History of Time Travel” ich unbedingt noch lesen möchte, steht dazu Rede und Antwort.

Die Erklärung dafür, warum Zeitreisen erst gegen Ende des 19. Jahrhundert erfunden wurden, ist übrigens einleuchtend: Vor Beginn der industriellen Revolution hat sich das Leben innerhalb weniger Generationen nicht so sehr verändert, dass Zeitreisen einen besonderen Reiz gehabt hätten. Für einen Menschen im 15. Jahrhundert war absolut klar, wie das Leben seiner Urenkel aussehen würde: Ziemlich genauso wie seines. Selbst unsere Ururgroßeltern um die vorletzte Jahrhundertwende dürften das noch so gesehen haben.

Für uns - und auch für H.G. Wells, den Erfinder der Zeitmaschine - steht jedoch fest, dass das Leben in 150 Jahren auf überraschende Weise anders sein wird als unseres. Die Welt ist viel, viel schnelllebiger geworden.

Eine tolle Inspiration für “Das Register” und sehr unterhaltsam aufbereitet! Schaut’s euch an :)